Wir setzen alles daran, für jeden unserer Vierbeiner das passende Zuhause zu finden. Dazu gehört für uns zwingend, dass Hund und Mensch sich bei mehreren persönlichen Treffen kennenlernen – bei gemeinsamen Spaziergängen ebenso wie in ruhigen Momenten.
Nur so lässt sich herausfinden, ob die Sympathie auf beiden Seiten wirklich stimmt.
Uns ist bewusst, dass diese mehrmaligen Besuche – insbesondere bei größerer Entfernung – für Interessenten nicht immer einfach umzusetzen sind. Dennoch möchten wir an dieser Stelle ganz klar
betonen:
Einen Hund allein anhand von Bildern oder Beschreibungen zu vermitteln, entspricht nicht unserer Philosophie.
Die Entscheidung für einen Hund darf niemals spontan getroffen werden. Sie muss wohlüberlegt sein – und ein Leben lang Bestand haben.
Die besten und ausführlichsten Fragebögen der Welt bringen nichts, wenn Sie sich nicht darüber im Klaren sind, welche Verantwortung Sie mit der Adoption eines Hundes übernehmen.
Ein Hund ist kein Wunschobjekt, kein Zeitvertreib und keine Ware, die man zurückgibt, wenn sie nicht den Erwartungen entspricht.
Ein Hund ist ein fühlendes Lebewesen – mit Vergangenheit, Bedürfnissen und Emotionen.
Ein Hund verändert Ihr Leben.
Leben bereits Katzen oder andere Tiere in Ihrem Zuhause, kann es – und wird es sehr wahrscheinlich – zu anfänglichen Schwierigkeiten kommen. Katzen ziehen sich zurück oder kommen plötzlich nicht
mehr nach Hause, ein vorhandener Hund zeigt sich überfordert oder gestresst, der neu eingezogene Hund zeigt Interesse an Kleintieren.
Die entscheidende Frage ist nicht: Warum passiert das?
Sondern: Erwarten Sie vielleicht zu viel – zu schnell?
Alleine bleiben will gelernt sein.
Unsere Hunde kennen das Alleinsein ausschließlich in Gesellschaft und in einem Umfeld, in dem sie körperlich und geistig ausgelastet sind. Zuhause liegt es an Ihnen, Ihrem Hund Schritt für Schritt beizubringen, entspannt alleine zu bleiben.
Wissen Sie eigentlich, wie viele Stunden ein Hund am Tag ruhen und schlafen sollte? Oder erwarten Sie, dass er sich automatisch Ihrem Alltag anpasst?
Stubenreinheit ist kein Geschenk – sie ist Training.
Kein Hund möchte in seinem Zuhause in Kot oder Urin leben. Doch er kann sein Geschäft nur draußen erledigen, wenn Sie seine Signale
erkennen.
Das bedeutet: nachts aufstehen, nach dem Fressen noch einmal rausgehen – auch dann, wenn die Couch gerade verlockender erscheint.
Autofahren?
Auch das ist Training. Ruhig, geduldig und ohne Druck. Gut Ding will Weile haben. Der sicherste Transport erfolgt in einer dem Hund angepassten Box.
Kinder im Haushalt
Sie erhalten von uns keinen Hund, der nicht mit Kindern kompatibel ist. Damit schützen wir Ihre Kinder – und unsere Hunde.
Doch wie Ihre Kinder lernen, respektvoll mit einem Lebewesen umzugehen, liegt in Ihrer Verantwortung. Ein Hund ist kein Spielzeug.
Allergien
Sind Allergien bei Ihnen, Ihren Kindern oder im nahen Umfeld bekannt? Haben Sie sich ernsthaft Gedanken gemacht, wie Sie damit umgehen, sollten Symptome auftreten? Oder hoffen Sie darauf, dass es
„schon irgendwie geht“?
Probleme im Alltag
Ihr neuer Gefährte entwickelt eine Leinenaggression – gegenüber Hunden, anderen Tieren, Radfahrern oder Autos.
Oder er zeigt ressourcenbezogenes Verhalten aufgrund seiner Vergangenheit.
Was tun Sie dann? Abwarten? Aufgeben? Oder Verantwortung übernehmen und daran arbeiten?
Seien wir ehrlich:
All diese Themen haben in der Vergangenheit zur Rückgabe von Hunden geführt. Nicht, weil die Hunde „schwierig“ waren – sondern weil Menschen nicht bereit waren, mit ihnen zu
arbeiten.
Keiner dieser Hunde zeigte bei uns gravierende Probleme. Vieles war harmlos, lösbar, trainierbar.
Was fehlte, waren Disziplin, Konsequenz und Durchhaltevermögen – die Grundpfeiler im Zusammenleben mit einem Hund.
Sind Sie sich der Verantwortung bewusst, die Sie übernehmen?
Sind Sie bereit, an Problemen zu arbeiten, statt aufzugeben?
Sind Sie bereit, ein neues Kapitel in Ihrem Leben aufzuschlagen – und es bis zum Ende zu lesen?
Sind Sie bereit, dass der Anfang holperig sein kann, bis Mensch und Hund ein Team werden?
Eine Rückgabe schadet immer nur dem Hund.
Für uns ist jede gescheiterte Vermittlung emotional und körperlich kräftezehrend. Wir fühlen uns den Hunden gegenüber schuldig, wenn wir nicht genau genug hingeschaut haben.
Mit diesem bewusst anderen Fragebogen möchten wir Fehlvermittlungen vermeiden. In einem ersten Telefonat sprechen wir diese Punkte offen und ehrlich an.
Wenn Sie dazu nicht bereit sind, bitten wir Sie, sich anderweitig nach einem Hund umzusehen.